Rotterdam II

Kurz nach 20 Uhr liege ich schon auf dem Bett. Das Wetter hat mich heute angetrieben; ich war ständig in Erwartung des versprochenen Gewitters. Tatsache tröpfelte es nur zwei mal ein wenig bisher. Aber meine Allergie macht mir trotz bisher tadelloser Medikation echt zu schaffen. So kann ein Radweg aussehen.

Mein erster Punkt ist das Äquivalent zur Hafencity in Hamburg. Über die Erasmusbrücke laufe ich zum De Rotterdam- einem Komplex, bestehend aus drei Türmen, den Rem Koolhaas 2013 errichtet hat. Nur wenig hat sich von den alten Hafenanlagen erhalten. Hier gingen Tausende an Bord und verließen Europa in Richtung Amerika. Die Hallen des alten Cruise Terminal aus den späten 30er Jahren wurden restauriert.

Dieses alte Hotel ist ein Überrest, der das Bombardement überstanden hat. Das New York ist sehr beliebt und gut besucht. Auch auf der anderen Seite des Hafens wird kräftig gebaut. Die alte Hubbrücke wurde als Denkmal erhalten, der Rest der Brücke existiert nicht mehr. Im Hintergrund „schwebt“ der Unilever-Neubau über der alten Fabrik. Ich komme überraschenderweise durch einen alten Teil der Stadt in Sichtweite der Erasmusbrücke. Der Jugenstilbau ist der erste „Wolkenkratzer Europas. Das Witte Huis ist 1898 errichtet worden und 45m hoch. Allerdings vertraute der Architekt nicht auf den neumodischen Stahlskelettbau, den man gerade in Amerika erfunden hatte, sondern ließ Mauern und dann weiß verklinkern. Ich war noch nicht in den Kuben drin, man kann eine Wohnung besichtigen. Mit der Tram fahre ich zur Kunsthalle. Neben dem fröhlich bunten Auditorium gibt es eine Ausstellung zu Sience Fiction und eine mit den wunderschönen Grafiken von Piranesi. Neben den Kerker-Bildern sind Veduten von Rom archäologische Blätter ausgestellt.

Vormittags war ich noch im Fotomuseum in einer Werkschau von Ed van der Elsken- sehr beeindruckend. Das Kunstmuseum ist seit einer Woche geschlossen und wird umgebaut. Daneben entsteht eine große Schüssel. Außen verspiegelt, wird sie das weltweit erste Depot enthalten, das für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Das Bild ist vom Bauzaun abfotografiert. Also muss ich in zwei Jahren noch einmal hier hin. Ich komme wieder am Rathaus vorbei, weil hier in Sichtweite die Eismacher ihren Laden haben. Hinter dem Rathaus steht das Timmerhuis, dessen neuer Teil von Koolhaas ist.

Die andere Kanalseite, gleich dahinter. Wieder will ich in der Markthalle essen und wieder scheitere ich am Angebot-ich kann mich nicht entscheiden. Gegenüber der Markthalle ist die Zentralbibliothek von 1983. Die gelben Rohre dienen der Belüftung. Gestern habe ich es als historisches Überbleibsel übersehen, heute weiß ich, dass dieses Denkmal dem Comiczeichner Marten Toonder zu seinem 90. gewidmet ist.

So, das erste Donnergrollen war zu hören. Ich hoffe, es beruhigt sich über Nacht.

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