Zwei Tage in Bordeaux

Nun also die Zusammenfassung der letzten beiden Tage:

Gleich an der Ecke gibt es einen Bäcker/Konditor, bei dem ich mich für das Frühstück versorgen kann. Danach steht als erstes Ziel das Kunstmuseum an. Das Gebiet, in dem mein Hotel steht, ist stark im Umbruch. Die Straße vom Bahnhof zum Hotel war gruselig: kleine, alte und verwahrloste Häuser, deren zweite Etage manchmal leer steht und nur noch unten ein Geschäft sich mehr oder weniger über Wasser hält. Hier wurde seit Jahrzehnten nichts investiert. Dafür wurde großflächig abgerissen und wird nun neu gebaut. Einzelne Häuser blieben dazwischen stehen.

Wenn neu gebaut wird, ist es häufig auch ganz interessant. Das Museum befindet sich hinter dem alten Rathaus. Die eine Hälfte ist aber geschlossen. links im Bild der geschlossene Nordflügel. Die Ausstellung ist sehr überschaubar. In der benachbarten Galerie stellt eine französische Künstlerin aus und ich verstehe das Ganze nicht. Das Kunstgewerbemuseum zeigt im Erdgeschoss wieder die Räume eines Stadtpalais und oben in einer Sonderausstellung japanische Papierleuchten. Da die Kathedrale erst am Nachmittag öffnet, ziehe ich mich mit einem Törtchen zur Mittagspause zurück. Saint-Michel liegt auf dem Weg und wird besichtigt. Wie bei der Kathedrale steht der Glockenturm allein. Ein gewaltiger Erzengel Michael krönt die Kanzel. Der Turm der Kathedrale hat 233 Stufen auf einer einzigen, sehr schmalen Wendeltreppe. Es ist kein leichtes Spiel bei Gegenverkehr.

Im Inneren ist die Kirche Saint-André überraschend „klein“. Teile wurden und werden gerade restauriert, so auch die Orgelempore. Der Himmel wird immer dunkler, trotzdem fahre ich noch nach Stalingrad. Das ist die erste Haltestelle auf der anderen Seite der Garonne. Bis auf den Löwen gibt es nichts weiter zu sehen also beeile ich mich, um trocken ins Hotel zu kommen, was mir nicht gelingt. Heute fahre ich mit der Tram bis zu einem neuen Quartier. Entlang des Flusses sind die alten Lagerhäuser ein schier endloses Einkaufszentrum. Hier an der sehr eleganten Hubbrücke entsteht um kleinere Hafenbecken ein neues Wohngebiet. Außerdem gibt es das neue Marinemuseum und die Cité du Vin hier. Das Gebäude ist dem weltweiten Weinanbau gewidmet und bietet multimedial einen Überblick über die Geschichte, den Weinanbau, die Sorten und man kann riechen und natürlich kosten. Weinanbau und Konsum weltweit die Farben des Weins Riechen Besonderheiten und KuriosesIm Weinhimmel verkoste ich einen Cremant aus der Gegend. Im Hintergrund zwischen den Kränen ist eine U-Boot-Basis der Deutschen aus dem zweiten Weltkrieg zu erkennen, die heute als Ausstellungshalle dient. Nur heute nicht, wie ich nach 30min Fußweg festgestellt habe, die neue Ausstellung öffnet erst am Wochenende. Das Museum für zeitgenössische Kunst lohnt den Besuch nur, wenn eine Sonderausstellung zu sehen ist und diese Räume bespielt werden. Auf dem Dach gibt es aber ein nettes Café. So, morgen fahre ich weiter. Bis dahin!

Ein Kommentar zu „Zwei Tage in Bordeaux

Hinterlasse einen Kommentar