Ein Samstag in Lyon

Heute schlägt die Erkältung richtig zu und ich habe keine Lust auf gar nichts. Kurz nach 10 bin ich dann doch auf dem Weg zur Standseilbahn nach Fourviere hoch. Es ist tolles Wetter und viele Leute nutzen den Samstag für einen Ausflug. Die Kirche Notre Dame de Fourvière war ja schon am Abend toll, aber das habe ich nicht erwartet:

Die Lyoner gelobten, wenn ihre Stadt im Krieg 1870/71 verschont bliebe, eine große Kirche zu errichten – und das haben die dann auch gemacht! Selbst die Krypta ist riesig und licht.

Keine fünf Minuten entfernt gibt es ein Kontrastprogramm. Das archäologische Museum der Stadt Lugdunum, so der Name Lyons zur Römerzeit. Der Kaiser Claudius wurde sogar hier in der gallischen Provinz geboren. Das Museum ist in den Hügel hineingebaut. Die beiden großen Fenster lassen den Blick auf das Theater und das Odeon frei, die noch gut erhalten sind.

Von hier aus fahre ich wieder runter in die Altstadt und frühstücke. Hier, in der Nähe der Kathedrale, gibt es zwei gute Eisläden. Ansonsten hatte ich hier mit dem Essen kein Glück. Gestern Abend kam ich an einem Filmmuseum vorbei, das mit originalen Requisiten und Kostümen wirbt -nix wie rein!

Einfach toll! Hier die vielen kleinen Dinge, die man in einem Film kaum wahrnimmt: falsche Ausweise, Akten und Zeitungen. Die Ausstellung beginnt allerdings mit den Originalkulissen von „Das Parfüm“

Teile davon sind im Keller aufgebaut- es passt perfekt!

Ein weiterer Teil der Ausstellung ist folgendes:

Fällt euch was auf? Genau: alles Miniaturen! Mit unglaublicher Sorgfalt und einem grandiosen Gefühl für Licht sind diese Kunstwerke geschaffen worden. Es geht wieder auf die Halbinsel, wo das schöne Wetter (16 Grad) gefeiert wird. Hier gibt es ein weiteres großes Fresco, das den berühmten Kindern der Stadt gewidmet ist. Ich habe immerhin Paul Bocuse, Antoine de Saint-Exupéry und die Gebrüder Lumiere gefunden. Claudius ist natürlich auch da. Das letzte Museum: Lyon hat ein Museum für Stoffe und Dekors, wenn man so will. Da ich ja bei den Seidenwebern nicht vorbei gegangen bin, will ich mir wenigstens hier einen Überblick verschaffen.

Auch Modelle der Jacquard -Webstühle stehen hier, der Mann hat schließlich hier gelebt und gearbeitet.

Monsieur Ampere ist auch nicht weit von hier geboren und aufgewachsen – muss ich mir für das nächste Mal lassen. Das Museum für moderne Kunst öffnet auch erst wieder im März.

So, morgen geht es weiter. Ich habe keinen Platz reservieren können, aber das Ticket ist für Wagen 17, warum auch immer. Nach der Großstadt wird es jetzt kleiner.

Ein Kommentar zu „Ein Samstag in Lyon

  1. Lieber Thomas, wieder folge ich Dir gern. Deine Bilder tragen mich aus dem Alltag – so interessant hatte ich mir Lyon gar nicht vorgestellt….
    Liebe Grüße auf den Weg

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